Bericht über den Besuch von "Chasqui" e.V. in Hochsicherheitsgefängnis Lurigancho in Lima im September 2010 von Jorge & Margot Rodriguez
 
  Besuch bei unseren Partnern in Lima, September 2010

Allein in Lima leben 8 Mio. Einwohner, ¼ der peruanischen Bevölkerung. Feste Arbeitsplätze gibt es nur in staatlichen Institutionen. Gut bezahlte Jobs in großen Firmen sind v. a den Weißen vorbehalten. Der größte Teil der Bevölkerung arbeitet im sogenannten informellen Sektor.
Viele Viertel der Großstädte werden v. a. von den Bauern der Anden bewohnt. Der interne Krieg der 80er und 90er Jahre durch die maoistischen Guerilla Organisation dem „Leuchtenden Pfad“ sowie die schwierigen Lebensbedingungen in den Anden trugen massiv zur Landflucht bei. Die Hoffnung auf ein besseres Leben ist in den Armenvierteln.

Die Erziehung der Kinder gestaltet sich durch die belastende Lebenssituation schwierig. Um die Familien zu unterstützen arbeiten Kinder schon ab 6 Jahren als Schuhputzer, verkaufen Süßigkeiten oder tragen Lasten auf den Märkten.
Alkoholismus und die daraus entstehende Gewalt sowie der Weg in die Kriminalität beherrschen den Alltag vieler Familien. Die Gewalt auf den Straßen nimmt immer mehr zu. Schon die Kleinsten schließen sich kriminellen Banden an. Die Situation auf der Straße können die Kinder oft nur durch den Konsum von Drogen ertragen, die langsam ihren Körper, ihren Geist und ihre Seele zerstören.



Bei unserem Besuch Im Gefängnis Lurigancho im August 2010 in Lima erzählten uns Gefangene selbst von ihren sehr bewegten Lebensgeschichten.
Hier in Lurigancho leben Sie nun unter menschenunwürdigen Umständen.
Ihre letzte Hoffnung auf ein Leben weg von der Kriminalität finden sie bei den Schwestern der Gemeinde. Schwester Ana begleitet die Gefangenen seit 26 Jahren direkt im Gefängnis..

Auch Mario unser Taxifahrer lebte 9 Jahre im Gefängnis Lurigancho. Durch die Hilfe der Schwestern hatte er den Weg aus der Kriminalität geschafft und bestreitet seinen Lebensunterhalt nun als Taxifahrer. Er hat es geschafft seine Familie, er ist verheiratet und hat 3 Kinder, über die Zeit in Lurigancho hinaus zu erhalten. Sein größtes Geschenk ist es, dass er seinen Kindern einen anderen Weg zeigen konnte und der Kreislauf der Kriminalität durchbrochen wurde. Alle 3 Kinder haben eine abgeschlossenen Ausbildung und einen festen Arbeitsplatz.

Er selbst fährt nun 2 Mal wöchentlich nach Lurigancho und führt Gesprächskreise mit den Gefangenen und gibt ihnen durch seine eigene Erfahrung neue Hoffnung.
Finanziert wird die Arbeit der Schwestern durch die Unterstützung unseres Eine Welt Ausschusses St. Thomas in München.

Nach vielen Jahren der engen Zusammenarbeit mit den Schwestern in Canto Grande haben wir auch bei unserem Besuch wieder erlebt, dass unsere Hilfe direkt bei den Bedürftigen ankommt und es Wege für die Menschen gibt, ein Leben in Würde zu führen, das alle verdient haben.



    

Frau Rodriguez mit Schwester Ana und Theresa          Frau Rodriguez mit Schwester Theresa bestaunen


im Gefängnisarten von Lurigancho                              die Kunstwerke von Gefangenen




 
Bericht Eine Welt St.